Die Freiheit des Autors – Und die Freiheit des Lesers

Gestern habe ich die ersten Blogger und Rezensenten angeschrieben, ob sie vielleicht Interesse daran hätten Zweite Chancen zu lesen und eine Bewertung dazu abzugeben.
Und tatsächlich hatte ich heute morgen schon eine erste positive Antwort erhalten, was mich wirklich sehr gefreut hat.

Interessant an der Antwortmail, war allerdings vor allem eine spezielle Frage, die mir der Reviewer stellte. Er wollte wissen, ob ich von mir selbst glaube, dass ich schreiben könne?

Die Antwort fiel mir im ersten Moment gar nicht so leicht. Doch, da ich die Mail nur kurz auf meinem Handy gesehen hatte und noch von der Uni nach Hause fahren musste, hatte ich ein bisschen Zeit darüber nachzudenken.

Wie es der Zufall wollte, habe ich unterwegs – wie ich es öfters mache – eine Folge Writing Excuses – gehört. (Für alle die es nicht wissen: Writing Excuses ist ein Podcast in dem es grob gesagt um alles geht, was einen Schrifsteller beschäftigen könnte.)

Um genau zu sein, war es die Folge 5.28 – Epublishing.
Ich weiß, dass die Folge schon 2011 erschienen ist, doch was darin gesagt wird hat auch heute durchaus noch Gültigkeit: Das Veröffentlichen von Büchern wandelt sich.
Die „Gatekeeper“ (= Agenten, Lektoren, etc., die bisher dafür gesorgt haben, dass eine Vorauswahl besteht, was die Veröffentlichung von Büchern angeht) gibt es in dieser absoluten Form nicht mehr.

Wer möchte, kann heutzutage sein Buch auf Amazon oder den anderen Dienstleistern problemlos hochladen. Ohne irgendwelche vorherigen Kontrollen, wie spannend seine Geschichte ist oder ob sich vielleicht schon auf der ersten Seite fünfzehn Rechtschreibfehler finden.

Die Frage, die sich dabei Vielen stellt: Wie soll es bei solch einem System überhaupt noch möglich sein, die „guten“ von den „schlechten“ Büchern zu unterscheiden, wenn der Markt in dieser Art und Weise überschwemmt wird?

Meiner Meinung nach ist das jedoch ein „eingebildetes“ Problem. Googelt man nach den Zahlen der jährlich veröffentlichten Bücher, so findet man schnell astronomische Zahlen. Und das nicht erst seit dem E-Book-Boom.
Das „Auswahlproblem“ gibt es also schon wesentlich länger. – Auch zu Zeiten, wo noch vor- und aussortiert wurde.

Und doch gab es früher die Frage, wie man die „richtigen“ Bücher für einen selbst findet nicht. Man verließ sich auf die Hinweise von Freunden und Bekannten oder den Rat des Buchhändlers. Und auch heute funktioniert das noch so. Vielleicht sogar in einer weitaus stärkeren Form als zuvor.

In dem oben erwähnten Podcast kamen die Autoren zu dem gleichen Schluss:
Das Bücherverkaufen ist heute persönlicher geworden.

Der beste Beweis dafür ist, dass ich den Blog jedes einzelnen Rezensenten, den ich angeschrieben habe, selbst besucht habe, mich dort in den bisherigen Rezensionen umgesehen habe und mich in den Blog und die Persönlichkeit des Menschen versucht habe einzulesen.
Ich habe versucht mit der gleichen Professionalität an die Sache heranzugehen, wie ich sie auch bei meinem Schreiben versuche an den Tag zu legen.

Und so hat heute zwar Jeder die Freiheit seine Geschichten zu veröffentlichen. – Was eine großartige Sache ist.
Aber eigentlich noch viel großartiger ist die Tatsache, dass auch jeder Leser die Freiheit hat sich eine eigene Meinung über das Werk zu bilden und diese mitzuteilen.
Diese Meinung ist heute wichtiger als jemals zuvor. Die Leser selbst entscheiden, von was sie mehr wollen und das kann eigentlich nur die richtige Entwicklung sein.

Und um am Ende dieses Posts auch endlich die Frage zu beantworten, ob ich glaube Schreiben zu können, will ich hier die gleiche Antwort geben, wie ich sie auch in der Antwortmail an den Rezensenten geschrieben habe:

Ich denke, dass ein Autor niemals auslernt und ich weiß auch, dass ich vermutlich noch am Anfang stehe. Aber ich habe bei „Zweite Chancen“ versucht das Beste rauszuholen und die mit meinem momentanen Fertigkeiten, rundeste Form der Geschichte abzuliefern, die mir möglich war.
Ob ich wirklich schreiben kann bzw. das Schriftstellerhandwerk beherrsche, kann glaube ich nur der Leser selbst beantworten. Was ich dir jedoch klar sagen kann, ist das ich das Ganze ernst nehme und versuche eine gewisse Professionalität an den Tag zu legen.
Und dabei natürlich gleichzeitig noch so viel Spaß beim Schreiben zu haben wie möglich. 😉
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